Die Suchmaschinenoptimierung veränderte sich schon immer, SEO 2025 spielt aber in einer eigenen Liga. Dank KI-Plattformen wie GPTsearch, Google AIO oder Microsoft Bing Copilot haben wir SEO-Experten es nun nicht nur mit neuen Buzzwords zu tun, sondern mit neuen SEO-Anforderungen. Worin diese liegen, erkläre ich jetzt. Los geht’s!
Aus SEO wird GEO – oder AEO
Mit der breiten Einführung und Nutzung von ChatGPT im Jahr 2023 hat sich einiges verändert. Wo sich traditionelles SEO für traditionelle Suchmaschinen (beziehungsweise Google) noch vor allem auf die Optimierung von Websites selbst konzentrierte, erfordern die neuen Sprachmodelle eine andere Suchoptimierung.
Diese neue Realität wird im SEO wahlweise Search Generative Experience Optimization (SGEO), Generative Engine Optimization (GEO), oder auch Answer Engine Optimization (AEO) genannt. Neue Realität sage ich deshalb, weil die Anforderungen an SEO andere sind. Zumindest in der Gewichtung der Rankingfaktoren (traditionelles SEO) beziehungsweise der Chance, eine Erwähnung in den KI-Modellen zu erhalten (GEO).
Der Unterschied besteht vor allem darin, dass generative Modelle Daten noch besser miteinander verknüpfen, als es Google bislang gemacht hat (Stichwort Knowledge Graph und Google Shopping Graph). Es kommt im GEO weniger auf einzelne Keywords an, sondern mehr auf das große Ganze.
Damit das gelingen kann, sind vor allem eine technisch saubere Website sowie die Nutzung von strukturierten Daten erforderlich. Nur dann können die für Menschen einfach zu verstehenden Inhalte auch von Maschinen korrekt interpretiert und ausgegeben werden.
Rückgang des traditionellen SEO-Traffics
Zero-Click-Suchen sind laut SparkToro-Studie in UK am höchsten und in Deutschland am niedrigsten; Non-Zero-Click-Suchen liegen in Deutschland 20 % höher als in UK, möglicherweise eine Folge der EU-Gesetzgebung.
Die Nutzung von KI-Plattformen wie ChatGPT, Claude, Gemini und Co. wird zu einem signifikanten Rückgang des organischen Traffics aus traditionellem SEO führen. Gartner schätzt diesen Rückgang bis 2026 auf bis zu 50 Prozent.
Für uns SEO-Freelancer und Inhouse-SEOs ist das eine kritische Entwicklung, die auch Unternehmen nicht ignorieren dürfen. Besonders dann nicht, wenn SEO ein relevanter Akquise-Kanal darstellt. Ich möchte jedem Verantwortlichem im Onlinemarketing raten, sich aktiv mit der eigenen SEO-Strategie auseinanderzusetzen und diese mit der Gartner-Prognose herauszufordern.
Das neue Suchverhalten
ChatGPT verarbeitet über 1,6 Milliarden Such-Prompts pro Tag (rund 12 % von Googles täglichem Suchvolumen); die Klickrate aus ChatGPT ist dabei rund 96 % niedriger als bei Google.
Laut Similarweb (12-Monats-Fenster, Website-Traffic der Gen-AI-Dienste) fiel ChatGPTs Anteil von 77,5 % auf 54,8 %, Gemini stieg von 9,4 % auf 26,8 %, Claude verfünffachte sich auf 9,7 %; KI-Antworten innerhalb der Google-Suche sind darin nicht enthalten.
44 % der US-Konsumenten nutzen KI-Tools als ersten oder gleichwertigen Recherche-Kanal; bei Gen Z und Millennials ist die Verbreitung doppelt so hoch, die Hälfte der Online-Shopper recherchiert Produkte mit generativer KI.
Sie können behaupten, dass GEO nur ein neuer Hype ist, damit Freelancer wie ich SEO-Budget verkaufen und Gartner ohnehin für ambitionierte Tech-Prognosen bekannt ist. Aber so einfach sollten Sie es sich nicht machen.
KI-Plattformen verändern seit zwei Jahren zunehmend die Art und Weise, wie Menschen nach Informationen suchen und diese konsumieren. Anstatt traditioneller Google-Suchschlitz greifen immer mehr Menschen auf KI-gestützte Systeme zurück.
Der Grund ist einfach und ein alter Bekannter: Bequemlichkeit. Man kann gerne auch „besser“ sagen. In jedem Fall liefern die KI-Plattformen anstelle 10 klickbarer Link pro Seite direkte Antworten.
Ersetzt die KI-Suche Google also? Die Daten sprechen für eine Ergänzung: Laut Semrush-Clickstream-Analyse hat sich die ChatGPT-Nutzung bei rund einer Milliarde Visits pro Monat stabilisiert, der Referral-Traffic wuchs um 206 % im Jahresvergleich, und mehr als 20 % der Nutzer wechseln nach ChatGPT wieder zu Google. Die Google-Suche selbst erreichte im Juli 2026 einen Allzeit-Nutzungsrekord. Zur Größenordnung: Google zählt 85,8 Milliarden Visits, auf KI-Tools entfallen erst 3,2 % aller Suchanfragen (SparkToro). Zugleich wächst der Suchmarkt insgesamt, seit 2024 um rund 26 %, mit 45 Milliarden monatlichen KI-Sessions, 83 % davon über mobile Apps (Graphite). Und wirtschaftlich trägt die klassische Suche weiter: Googles Umsatzsegment Search & Other wuchs im zweiten Quartal 2026 um 17 % auf 63,3 Milliarden Dollar (Alphabet-Quartalsbericht).
Ein zweiter Blick lohnt auf die Frage, wer so sucht und wo der Klick landet: In Deutschland nutzen 57 % der 14- bis 29-Jährigen Tools wie ChatGPT mindestens einmal pro Woche, bei den über 30-Jährigen sind es höchstens 24 % (ARD/ZDF-Medienstudie). Kommt ein Klick, landet er selten dort, wo zitiert wurde: 58,8 % aller KI-Referrals gehen auf die Startseite, obwohl die zitierten Seiten tiefer liegen (Similarweb), und über 30 % der ChatGPT-Klicks konzentrieren sich auf nur zehn Domains. Ihre Startseite muss Besucher aus der KI-Suche also gezielt weiterführen.
Chancen für kleine Unternehmen
Die neue Generative Engine Optimization bietet für alle Vor- und auch Nachteile. Meiner Meinung nach sind es vor allem die kleinen Anbieter, die durch eine größere Agilität Vorteile erzielen können.
Zum Beispiel das Thema SEO für Anwälte in Ballungsgebieten dürfte spannend zu beobachten sein. Eine hohe Nachfrage und ein hohes Angebot treffen hier aufeinander. Einige kleinere Kanzleien werden hier eventuell die großen, trägeren Kanzleien überflügeln können. Beispielsweise dann, wenn durch gutes GEO ein herkömmliches Seite 3 SEO-Ranking plötzlich Klicks über eine KI-Suche generieren kann.
Das legen auch aktuelle Untersuchungen nahe. Eine Studie von authoritas.com (zur Studie) zeigt beispielsweise, dass sich die herkömmliche Google SERP (Search Engine Result Page, deutsch: Suchergebnisseite) weniger häufiger ändert als die Ergebnisse der Google AI Overview. Neue Mitbewerber, oder Unternehmen mit einem Anstieg des SEO-Budgets, haben daher schneller die Chance, signifikante Sichtbarkeit zu erreichen.
Die „Zutaten“ von GEO sind wie im SEO
Von 3.554 durch ChatGPT abgerufenen Seiten wurden am Ende nur 110 tatsächlich zitiert, also 3,1 %.
Kommen wir zurück auf den Aspekt, dass sich SEO und GEO unterscheiden. Das stimmt, irgendwie. Aber eben nur in der Gewichtung der Rankingfaktoren. Wichtig waren, sind und bleiben nach allem was man heute weiß:
- Hochwertige Inhalte: Ihr Content sollte informativ, nützlich und gut strukturiert sein, um den Nutzern einen echten Mehrwert zu bieten. Kurze Sätze und Absätze sind willkommen. Bilder, Grafiken, Videos, Sprachausgaben lockern den Inhalt auf, reduzieren Konsum-Barrieren und sorgen für weiteren Kontext. Ein gutes, bekanntes Stichwort ist hier das UX-Writing oder vielleicht sogar klassisches SXO.
- E-E-A-T: Das „E-E-A-T“-Konzept steht für Expertise, Erfahrung, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Es ist ein Bewertungsrahmen von Google, um die Qualität und Glaubwürdigkeit von Inhalten zu bewerten. Auch diesen Anspruch erheben beide Disziplinen.
- Keywords: Sowohl GEO als auch SEO benötigen Keywords, um relevante Antworten generieren zu können. Studien zeigen, dass die GEO-Welt mit den KI-Suchmodellen weniger stark auf ein spezifisches Keyword abstellt, als es das klassische SEO tut. Das liegt vermutlich am Kontext, den die KI-Modelle besser antizipieren.
- Strukturierte Daten: Bei GEO sind strukturierte Daten und Schema Markup besonders wichtig, um Inhalte maschinenlesbar zu machen. Das heißt aber nicht, dass diese im traditionellen SEO unwichtig sind.
Wie ein Zitat entsteht, zeigen inzwischen mehrere große Auswertungen. Abgerufen ist nicht zitiert: Von den Seiten, die ChatGPT beim Beantworten von 15.000 Fragen abrief, tauchten nur 15 % als Quelle auf (AirOps). In einer Traffic-Mitschnitt-Analyse wurde Reddit 278-mal geladen und 11-mal zitiert, YouTube 201-mal geladen und nie. Zitate hängen an tatsächlich gelesenem Text, nicht am Abruf.
Das klassische Ranking bleibt dabei die Eintrittskarte: Seiten auf Google-Position 1 werden mit Abstand am häufigsten zitiert, Faktor 3,5 gegenüber Seiten jenseits der Top 20 (AirOps), und als wichtigste Einzelfaktoren gelten URL-Erreichbarkeit, Suchranking und semantische Nähe zum Antworttext (Cyrus Shepard). Nur läuft der Weg über die Fan-out-Suchen im Hintergrund: Anfang 2026 zerlegte ChatGPT 88,6 % aller Anfragen intern in exakt zwei Sub-Queries (AirOps); seit GPT-5.6 ist die Zahl der Unterabfragen deutlich gestiegen. Im Google AI Mode überschneiden sich nur 12 % der zitierten URLs mit den Top 10 der ursprünglichen Anfrage (Moz). Wer zitiert werden will, muss also für die Varianten seiner Themen ranken, nicht nur für das eine Haupt-Keyword.
Auch die Form entscheidet: Die ersten 30 % eines Textes liefern 44,2 % aller Zitate, und Inhalte im Frage-Antwort-Format werden mehr als doppelt so oft zitiert (Ahrefs). Bewährt haben sich in sich geschlossene Absätze mit 50 bis 100 Wörtern, die auch isoliert Sinn ergeben, dazu frische Inhalte mit aktuellen Jahreszahlen, weil viele Fan-out-Queries automatisch Jahreszahlen enthalten. Über alle Anfragetypen hinweg entfällt mehr als die Hälfte der Zitate auf Listicles, Artikel und Produktseiten, wobei der Query-Intent der stärkste Prädiktor ist (Wix). Schon das Princeton-Paper, auf das der Begriff GEO zurückgeht, maß: Zitate im Text steigern die Zitationswahrscheinlichkeit um 41 %, Statistiken um 31 %.
Erfolgsmessung von GEO-Initiativen
GA4 führt einen neuen Channel „AI Assistant“ zum Messen von Traffic aus der KI-Suche ein; erkannten KI-Assistenten wird automatisch das neue Medium „ai-assistant“ zugewiesen.
In der traditionellen Suchmaschinenoptimierung ist das Ranking einer Webseite in den Suchergebnissen eine der wichtigsten KPI (Key Performance Indicator). Bei GEO gibt es jedoch keine direkten Rankings, was die Messung des Erfolgs etwas schwieriger gestaltet.
Eine brauchbare Metrik könnte die Häufigkeit sein, mit der Ihre Unternehmensmarke gesucht wird. Oder Sie nutzen ein Tool, das den Referral-Traffic aus den generativen Modellen ausgibt. Die Möglichkeiten variieren, aber Google Analytics wäre ein mögliches Tool. Aber auch Tools wie Google Search Console oder die Bing Search Console bieten aktuell oder in naher Zukunft Lösungen dafür an. Darüber hinaus gibt es auch kostenpflichtige Tools, die diesen Service anbieten. Nur empfehlen möchte ich davon keines.
Die Studienlage mahnt zusätzlich zur Differenzierung: Zitiert werden und sichtbar sein sind zwei verschiedene Dinge. 74,9 % der Domains tauchen zwar als Quelle in KI-Antworten auf, aber nur 38,3 % werden namentlich erwähnt, das sogenannte Ghost-Citation-Problem (Semrush). Wird eine Marke in der Antwort genannt, liegt ihre Citation-Rate bei 53,1 %, ohne Nennung bei 10,6 % (Seer Interactive). Selbst Semrush erlebte den Effekt am eigenen Haus: Die eigenen Inhalte wurden hundertfach als Quelle herangezogen, empfohlen wurden trotzdem andere Anbieter.
Für Ihre Messung folgt daraus eine Hierarchie: Eine Empfehlung zählt mehr als eine Erwähnung, eine Erwähnung mehr als ein Zitat, und auch der Kontext der Nennung entscheidet. Eine reine Zitat-Zählung kann Sichtbarkeit deshalb ebenso unterschätzen wie überschätzen. Sinnvoll ist ein Set aus mehreren Ebenen, von der bloßen Aufnahme in den Quellen-Pool bis zur namentlichen Empfehlung in der Antwort.
Bei den Werkzeugen ist Skepsis Teil der Methode: Ausgewiesene Prompt-Volumina beruhen teils auf hochgerechneten Clickstream-Daten, und Monitoring-Ergebnisse variieren systematisch zwischen API und Benutzeroberfläche sowie je nach Login-Status. Behandeln Sie Ihre Prompt-Bibliothek deshalb als Sampling-Design, nicht als Keyword-Liste: 30 bis 50 Prompts, die reale, umsatzrelevante Journeys spiegeln, konsequent je Plattform getrackt. Und werten Sie AI-Impressions aus dem Search-Console-Bericht erst dann als Erfolg, wenn ein Effekt dahinter nachweisbar ist.
Ein kostenloser Einstieg ist Microsoft Clarity mit seinen Topic Insights: Das Tool zeigt, wie oft der eigene Content in KI-Antworten zitiert wird, trennt Marken- von Kategorie-Prompts und setzt die Scraping-Aktivität der AI-Crawler ins Verhältnis zum Referral-Traffic, den sie zurückschicken. Rechnen Sie dabei mit starker Konzentration: Im E-Commerce reichen oft fünf Domains für die Hälfte aller AI-Klicks, im Finance-Bereich 17, im Travel-Segment 47. Und schon Persona-Zusätze im Prompt wie „als CMO“ verschieben die Markennennungen in Google AI Overviews um durchschnittlich 8,9 Prozentpunkte.
Herausforderungen und Lösungen bei der Erfolgsmessung
Eine der größten Herausforderungen bei der Messung des Erfolgs von GEO ist die fehlende Transparenz in den Algorithmen, die von KI-Plattformen verwendet werden. Ein wenig erinnert mich das an die Jahre, als der Google-Suchalgorithmus noch sehr geheimnisvoll war und es nur Vermutungen aus der SEO-Branche aber keine Google-Statements dazu gab.
Damals wie heute erfordern diese Unbekannten eine gewisse Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und auch etwas Geduld. Einer der Schlüssel wird sein, verschiedene Metriken zu kombinieren, um ein individuelles, umfassendes Bild der GEO-Leistung zu bekommen.
Content-SEO goes GEO
Gute Inhalte waren und bleiben das Herzstück jeder erfolgreichen Onlinemarketing-Strategie. Ihre Inhalte sollten informativ, lehrreich und für die Zielgruppe hochrelevant sein. Ebenso ist es wichtig, dass sie klar und prägnant sind, damit KI-Systeme sie leicht verarbeiten und verstehen können.
Verwenden Sie klare Überschriften, Listen und Abschnitte, um Themen logisch zu gliedern und die Informationen leicht zugänglich zu machen. Strukturell gut aufbereitete Inhalte mit Schema Markup erhöhen die Chancen, von KI-Plattformen erfasst und genutzt zu werden.
Zudem können auch verschiedene Formate wie Videos, Infografiken und interaktive Elemente die Qualität und Attraktivität Ihrer Inhalte weiter erhöhen.
Nutzen Sie in jedem Fall auch die Angabe der Autorenschaft, sowie das Veröffentlichungs- und Aktualisierungsdatum.
Positionierung in KI-Modellen
Reddit, YouTube und LinkedIn sind die drei meistzitierten Domains in der KI-Suche; Wikipedia und Forbes vervollständigen die Top 5.
Seit dem GPT-5.6-Rollout am 08.08.2026 zitiert ChatGPT einzelne Plattformen deutlich seltener: Reddit minus 88 %, arXiv minus 84 %, YouTube minus 78 %.
Um sich erfolgreich in den KI-Modellen zu positionieren, also erwähnt zu werden, sollten Sie sich als Experte in Ihrem Fachgebiet etablieren. Dies erreichen Sie durch die Präsentation von tiefgehendem Wissen und Fachkenntnissen in Ihren Inhalten, Stichwort E-E-A-T.
Gianluca Fiorelli geht einen Schritt weiter: Klassisches Branding reiche in einer Welt autonomer KI-Agenten nicht aus. Sprachmodelle verfügen über einen internen Persona-Raum, in dem Marken ohne gezielte Steuerung in einem generischen Zentrum landen und semantisch austauschbar werden; er nennt das Drift-Problem. Zitiert werde langfristig, wer in diesem Raum eine distinkte Position belegt. Nils Warnick zieht daraus den Schluss, dass eine Marke zuerst selbst wissen muss, wer sie ist und wofür sie steht, denn nur dann lässt sich prüfen, ob Sprachmodelle sie so verstehen, wie sie wahrgenommen werden will. Für Ihre GEO-Strategie heißt das: Positionierung ist kein Anhängsel des Marketings, sondern der Rohstoff, aus dem die Modelle ihre Antwort bauen.
Die kontinuierliche Aktualisierung und Ergänzung Ihrer Inhalte helfen dabei, immer relevante und aktuelle Informationen anzubieten. Das geht soweit, dass die Keywords regelmäßig überprüft werden sollten, um den aktuellen Jargon abzubilden. Keywords selbst sind in GEO aber weniger relevant als in klassischem SEO. Denn der Kontext zählt mehr als das Keyword.
Mit Hilfe einer PR-Strategie und eventuell auch Influencer-Marketing erreichen Sie außerdem eine Reichweite im klassischen Sinn, die Ihnen eine Erwähnung im GEO-Kontext einbringen könnte. Denken Sie also vernetzt oder eher noch vernetzter als Sie es bisher getan haben. Social Media wird vermutlich eine große Rolle spielen. Vor allem, wenn jeder KI-Modell-Anbieter eine eigene solche Plattform hat.
85 % der Marken-Empfehlungen von LLMs stammen aus Third-Party-Placements, nicht von der Marken-Website selbst.
Der zweite Hebel liegt außerhalb der eigenen Website: Rund 94 % der Quellen, auf die ChatGPT und Co. verweisen, stammen aus unbezahlten, verdienten Kanälen wie Fachpresse, redaktionellen Beiträgen und Foren (Gartner/Muck Rack). Die Hälfte der zitierten Inhalte ist jünger als elf Monate; Gartner erwartet deshalb, dass Unternehmen ihre Earned-Media-Budgets bis 2027 verdoppeln. Praktisch heißt das: Die Fan-out-Suchen zeigen Ihnen sogar, welche Drittseiten Sie belegen müssen, bei Best-of-Anfragen etwa die einschlägigen Vergleichs- und Awards-Seiten.
Die gute Nachricht: In ChatGPT haben erst 15,2 % der Kategorien einen klaren Themenführer, 53,7 % sind völlig offen (Semrush). Und klassische Kennzahlen sagen diese Führerschaft kaum vorher, der Marktführer hatte nur in gut der Hälfte der Fälle das höhere Brand-Suchvolumen oder den höheren Authority Score. Auch wer Googles Topical-Authority-Cluster gewinnt, gewinnt damit nicht automatisch in der KI-Suche. Hier ist also noch viel zu holen, gerade für kleinere Anbieter.
Google kann auf Reddit zurückgreifen, Meta auf Instagram, WhatsApp, Facebook. Microsoft hat LinkedIn, Grok von xAI kann auf X (vormals Twitter) zurückgreifen. Das Stichwort für GEO ist also irgendwie auch Omnichannel-Marketing.
Wie schnell sich solche Quellen-Pools verschieben, zeigt der August 2026: Seit dem Rollout von GPT-5.6 zitiert ChatGPT Reddit, arXiv und YouTube drastisch seltener. Der Rückgang ist modellspezifisch, denn Google AI Overviews, Perplexity und Grok zeigen Reddit unverändert. Mehrere Monitoring-Anbieter bestätigen das Muster unabhängig voneinander.
Ein möglicher Hintergrund ist wirtschaftlicher Natur: Laut Wall Street Journal erwägt Reddit, den 2024 geschlossenen Datenvertrag mit Google nicht zu verlängern. Für Ihre GEO-Strategie heißt das: Sichtbarkeit in KI-Antworten ist nie erledigt. Sie hängt an Modellversionen und Daten-Deals, auf die Sie keinen Einfluss haben.
Dazu kommt: Jedes KI-System pflegt seinen eigenen Quellen-Pool. Die Überlappung zwischen den von ChatGPT und Perplexity zitierten Quellen liegt bei nur 11 %, selbst zwischen Google AI Overviews und dem AI Mode sind es nur 13,7 %. Claude wiederum bezieht rund 80 % seiner Zitierungen aus den Top 10 von Brave Search. Wer im B2B- oder Tech-Umfeld sichtbar sein will, sollte deshalb auch die eigene Brave-Sichtbarkeit prüfen.
Und Google zitiert im AI Mode am liebsten sich selbst: Google.com ist dort inzwischen die zweithäufigst zitierte Domain, fast vollständig über Google Business Profiles und Product Knowledge Panels. Zugleich sind laut einer Ahrefs-Auswertung zu ChatGPT rund zwei Drittel der Top-Zitierquellen nicht direkt beeinflussbar. Umso wichtiger ist der Teil, den Sie steuern können: Ihre eigenen Inhalte und Profile.
GEO ist kanalübergreifendes SEO
Die Stärke von Generative Engine Optimization liegt nicht nur in der Optimierung einzelner Inhalte, sondern in der Integration in eine umfassende Marketingstrategie. GEO sollte Teil eines ganzheitlichen Marketingansatzes sein, der verschiedene Kanäle nahtlos miteinander verbindet.
- Social Media:
- Inhalte, die für GEO optimiert sind, müssen auch in Social-Media-Kampagnen verwendet werden. Teilen Sie Inhalte immer auch auf Plattformen wie LinkedIn, X (ehemals Twitter) und Facebook,.
- Nutzen Sie Social-Media-Analytics, um zu verfolgen, welche Inhalte besonders gut performen und welche Fragen Ihre Zielgruppe dort stellt.
- E-Mail-Marketing:
- Erstellen Sie Newsletter, die auf Ihren GEO-Inhalten basieren. Versenden Sie regelmäßige Updates, neue Blogposts oder exklusive Inhalte an Ihre Abonnenten, um das Engagement zu steigern.
- Prüfen Sie die Nutzung von LinkedIn Newsletter.
- Nutzen Sie den Traffic, der durch KI-Plattformen generiert wird, um Ihre E-Mail-Liste durch gezielte Call-to-Actions und Anmeldeformulare zu erweitern.
- Content-Marketing und Influencer-Kooperationen:
- Arbeiten Sie mit Influencern und Branchenexperten zusammen, um Ihre GEO-optimierten Inhalte zu verbreiten. Erwähnungen und Verlinkungen durch vertrauenswürdige Quellen können Ihre Sichtbarkeit auf KI-Plattformen weiter erhöhen.
- Produzieren Sie Gastbeiträge und Fachartikel für andere Webseiten oder Blogs in Ihrer Branche, um Ihre Expertise zu demonstrieren und zusätzliche Backlinks zu generieren.
Schritt für Schritt zur GEO-Strategie 2025
- Analyse und Zielsetzung: Beginnen Sie mit einer gründlichen Analyse Ihrer aktuellen SEO-Leistung und setzen Sie klare Ziele für Ihre GEO-Strategie.
- Keyword-Recherche: Identifizieren Sie relevante Keywords und Phrasen unter Berücksichtigung der neuen Suchverhaltens in KI-Plattformen.
- Content-Planung: Planen Sie Ihren Content sorgfältig und erstellen Sie einen Redaktionsplan, der die Erstellung und Veröffentlichung neuer Inhalte abdeckt.
- Technische Optimierung: Nutzen Sie strukturierte Daten und Schema Markup, um Ihre Inhalte maschinenlesbar zu machen.
- Erstellung von Inhalten: Produzieren Sie hochwertige, relevante und nützliche Inhalte unter Berücksichtigung der vorhergehenden Schritte.
- Verbreitung und PR: Nutzen Sie verschiedene Kanäle, um Ihre Inhalte zu verbreiten und die Reichweite zu erhöhen.
- Monitoring und Anpassung: Überwachen Sie regelmäßig die Performance Ihrer Inhalte und passen Sie Ihre Strategien basierend auf den Ergebnissen an.
Fazit und Handlungsempfehlungen
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
Die Search Generative Experience Optimization (SGEO) beziehungsweise Generative Engine Optimization (GEO) stellen eine bedeutende Weiterentwicklung der traditionellen Suchmaschinenoptimierung (SEO) dar. Mit dem Aufkommen von KI-Plattformen wie ChatGPT und Google AI Overview müssen Unternehmen und Marketingfachleute ihre Strategien anpassen, um in dieser neuen digitalen Landschaft relevant zu bleiben. GEO zielt darauf ab, dass Inhalte von KI-Systemen als relevant und informativ erkannt und in Antworten und Erwähnungen genutzt werden. Dies erfordert eine Kombination aus hochwertigem Content, strukturierten Daten und einer geschickten Optimierung nach den neuen Anforderungen.
Vergessen Sie aber nicht, dass Sie künftig vermutlich weniger Klicks erhalten werden als Sie es gewohnt sind. Denn dieser ist, wie wir nun gelernt haben, gar nicht mehr zwingend nötig, um an die gewünschte Information zu kommen. Finden Sie Mittel und Wege für Ihr Geschäftsmodell, von den Erwähnungen in den KI-Modellen zu profitieren.