Bing Copilot

Kurz und kompakt

  • Nutzer bleiben: Laut der zitierten NBER-Studie blieb rund ein Drittel der Testenden nach zwei Wochen bei Bing – ein Hinweis, dass Gewohnheit schwerer wiegt als Qualitätsunterschiede.
  • Copilot Search: Microsoft führte im April 2025 eine KI-Suche ein, die klassische Bing-Ergebnisse mit KI-Antworten verbindet; erreichbar über die Suchen-Funktion in der Bing-Navigation.
  • Quellen bleiben sichtbar: Die Funktion „Alle Links“ blendet alle herangezogenen Quellen als Overlay ein; die Antworten enthalten Quellenangaben und YouTube-Videos.
  • Strukturierte Daten bleiben relevant: Laut Bing-Verantwortlichen sind Markups weiterhin wichtig; erste Produkt- und Shopping-Ergebnisse tauchten ab April 2025 in US-Antworten auf.

Inhaltsverzeichnis

Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert, in Abhängigkeit der Neuigkeiten rund um Microsoft Bing, Bing Copilot, Bing Search oder welchen Namen auch immer die Suchmaschine und deren KI-Erweiterungen künftig bekommen.

Microsoft Bing

Im Januar hat das National Bureau of Economic Research (kurz NBER) eine interessante Studie veröffentlicht. Dieser zufolge sind ein Drittel aller User nach einer zweiwöchigen Bing-Testphase bei Microsofts Suchmaschine geblieben. Ein Indiz dafür, dass der langsam voranschreitende Suchmaschinenwechsel weg von Google erstens nicht zwingend mit Googles Qualität und zweitens eher mit der Trägheit der User zu tun hat.

Auch 2026 baut Microsoft die Suche sichtbar um: Copilot-Folgesuchen laufen inzwischen weltweit, ohne dass Nutzer die Suchergebnisseite verlassen (Multi-Turn-Search), und aktuell testet Bing einen eigenen Shorts-Tab, der die Ergebnisse nach Kurzvideos von YouTube, Instagram, TikTok und Facebook filtert. Bemerkenswert für Ihre Strategie: In einer Ein-Site-Fallstudie überlappten die KI-Ergebnisse von Bing und Google nur zu 10 bis 20 %, sogar etwas weniger als die klassischen Ergebnisse (10 bis 28 %); wer beide Welten bespielen will, muss sie getrennt betrachten.

Produkt- und Shopping-Ergebnisse

Microsoft bietet in den amerikanischen Copilot Antworten seit April 2025 vereinzelt und reproduzierbar wohl Produkt- und Shopping-Ergebnisse an. Entdeckt und berichtet wurde das von Sachin Patel auf x. Weiterhin bleiben laut Bing-Verantwortlichen auch strukturierte Daten für Bing wichtig (Quelle).

Copilot Search

Mit Copilot Search hat Microsoft für Bing im April 2025 eine interessante KI-Suchmaschine als Konkurrenz zur Google AIO eingeführt. Im dazugehörigen Blog-Beitrag wird die Vernetzung von KI-Suche und klassischer Bing-Suchmaschine versprochen. Erreicht werden kann Copilot Search über die „Suchen“-Funktion innerhalb der Bing-Suchnavigation, wie im folgenden Screenshot gezeigt.

Die Bing-Suchnavigationsleiste im April 2025 bestehend aus den Menüpunkte Alle, Suchen, Arbeit, Bilder, Videos, Karten, Neuigkeiten, Shopping, Mehr.

Praktisch ist die Funktion „Alle Links“, die am rechten Bildschirmrand ein Overlay mit allen Link-Quellen erscheinen lässt. Darüber hinaus sind im Suchergebnis sowohl Antworten mit Quellenangaben als auch YouTube-Videos zu finden. Das folgende Beispiel als Screenshot vom April 2025 zeigt das anschaulich. Als SEO für Anwälte habe ich exemplarisch eine für Anwälte typische Suchanfrage genutzt. Interessant finde ich auch, dass die Copilot Search Ergebnisse deutlich von denen der klassischen Suchmaschine abweichen.

Die Suchergebnisseite von Bing Search zum Zeitpunkt April 2025.

AI-Reporting: Bing zeigt, wer zitiert wird

Der Bericht weist Gesamt-Zitationen, durchschnittlich zitierte Seiten und die zugrunde liegenden Grounding-Queries aus; der Ausbau vom Juni ergänzte Suchintentionen, Themen-Cluster, einen Citation Share als Share-of-Voice und den Vergleich zweier Zeiträume. Auch Microsoft Clarity ergänzt seine Nutzerdaten inzwischen um KI-Zitations-Informationen, inklusive der Frage, welche Queries gegroundet werden.

Zwei Einordnungen gehören dazu: Die ausgewiesenen Grounding-Queries sind keine echten Nutzer-Suchanfragen, sondern gruppierte Repräsentationen, und die Anzeige-Schwelle scheint bei rund drei Grounding-Requests in drei Monaten zu liegen (Lily Ray). Zudem bleibt Bing im KI-Referral-Traffic ein kleiner Teil des Gesamtbilds, rund 87,4 % stammen von ChatGPT; den konzeptionellen Anspruch formuliert Bing selbst so: Die KI-Suche sei keine Neuerfindung, sondern eine Evolution der Suche, bei der sich das Grounding auf eine Antwort festlegt.